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Winter-Verkehrsverstöße: Punkte, Fahrverbote und steigende Kfz-Versicherungsbeiträge erklärt

Winter-Verkehrsverstöße: Punkte, Fahrverbote und steigende Kfz-Versicherungsbeiträge erklärt

Glatte Straßen, schlechte Sicht und Stress im Feierabendverkehr: Im Winter häufen sich Verkehrsverstöße – und damit Punkte, Fahrverbote und teurere Kfz-Versicherungen. Ein Verkehrsverstoß ist jede nachweisbare Missachtung der Straßenverkehrsordnung, vom Handy am Steuer bis zur Gefährdung wegen nicht angepasster Geschwindigkeit. Wofür das wichtig ist: Er entscheidet, ob es bei einem Verwarnungsgeld bleibt oder ob Punkte, Fahrverbot und höhere Beiträge die nächsten Jahre prägen.

Typische Winterverstöße

Viele Winterverstöße wirken „harmlos“, landen aber schnell im Fahreignungsregister (Punktekonto beim Kraftfahrt-Bundesamt). Schon ein bis zwei Punkte können in Kombination mit anderen Einträgen kritisch werden.

Typische Szenarien, bei denen es im Winter schnell teuer wird:

  • Mit Sommerreifen bei Schnee oder Glatteis: Bußgeld oft zwischen 60 und 120 Euro, dazu meist 1 Punkt
  • „Gucklochfahren“ mit vereister Scheibe: leicht 80 bis 120 Euro, bei Gefährdung 1 Punkt
  • Zu schnell bei Glätte („nicht angepasste Geschwindigkeit“): bei Unfall oder Gefährdung 1–2 Punkte plus Fahrverbot möglich
  • Dichtes Auffahren auf Schneematsch: Abstandsverstöße führen schnell zu 1–2 Punkten und 1 Monat Fahrverbot
  • Schnee oder Eisplatten vom Autodach: bei Schaden durch herabfallende Brocken droht ein teurer Haftpflichtschaden
  • Ignorieren von Räum- und Streufahrzeugen: zu geringer Abstand kann als Gefährdung gewertet werden

Wer viel mit Tempomat und Fahrassistenzsystemen (ADAS, Assistenzsysteme zur Unterstützung des Fahrers) unterwegs ist, sollte wissen: Auf glatter Fahrbahn können Abstands- und Spurassistenten ungeplant reagieren. Am Ende haftet aber immer der Mensch am Steuer, nicht die Elektronik.

Punkte und Fahrverbote

Im Fahreignungsregister werden Verkehrsverstöße mit 1 oder 2 Punkten gespeichert. Ab 8 Punkten ist der Führerschein weg, vorher drohen bereits Verwarnungen und Aufbauseminare.

Gerade im Winter führen einzelne Fehler schneller zu einem „qualifizierten Verstoß“ mit Punkten:

  • Ab ca. 21 km/h zu schnell innerorts oder 26 km/h außerorts: meist 1 Punkt, im Winter oft als „nicht angepasst“ bewertet
  • Wiederholte erheblich zu hohe Geschwindigkeit innerhalb von 12 Monaten: zusätzlich Fahrverbot von 1 Monat möglich
  • Rotlichtverstöße bei Nässe oder Schnee: bei Gefährdung 2 Punkte und bis zu 3 Monate Fahrverbot
  • Unfall mit Personenschaden wegen Glätte, obwohl Tempo nicht reduziert wurde: oft 2 Punkte plus Fahrverbot

Deine Blitzer-App warnt dich vor Messstellen, ersetzt aber keine angepasste Fahrweise. Wenn die Polizei nach einem Unfall sieht, dass realistische Wintergeschwindigkeiten deutlich unterschritten wurden, können selbst Messergebnisse aus der Nähe eher zum Nachteil werden, weil klar ist: Du bist bewusst hohes Risiko gefahren.

Versicherung und Beiträge

Kfz-Versicherer reagieren empfindlich auf selbst verschuldete Winterunfälle. Ein Haftpflicht- oder Vollkaskoschaden kann deine Schadenfreiheitsklasse (Rabattstufe der Versicherung) um mehrere Stufen zurücksetzen – die Beiträge steigen dann schnell um 20 bis 40 Prozent, oft mehrere Hundert Euro pro Jahr.

Kritisch wird es, wenn eine Obliegenheitsverletzung (Pflichtverletzung gegenüber der Versicherung) vorliegt, zum Beispiel:

  • Sommerreifen trotz klar winterlicher Verhältnisse
  • fast vereiste Scheiben oder Spiegel
  • dicke Schneeschicht auf Dach oder Motorhaube
  • offensichtlich zu hohe Geschwindigkeit bei erkennbarer Glätte

Die Kasko kann dann Zahlungen kürzen, teilweise um einen deutlich spürbaren Prozentsatz. Bei grober Fahrlässigkeit (zum Beispiel Handy am Steuer bei Glatteis) kann der Eigenanteil noch höher werden.

Telematik-Tarife (versicherungseigene Fahrdaten-Apps oder OBD-Stecker im Auto) werten Bremsen, Beschleunigen, Tageszeit und oft auch Witterung aus. Häufen sich harte Bremsmanöver und hohe Geschwindigkeiten auf nasser oder vereister Fahrbahn, fällt der Score – und Rabatte von 10 bis 30 Prozent können schnell wieder weg sein.

Checklist

  • Winterausrüstung komplett: passende Reifen, funktionierende Beleuchtung, genügend Wischwasser und Eiskratzer im Auto
  • Vor Fahrtstart alle Scheiben, Spiegel, Scheinwerfer und Kameras gründlich von Schnee und Eis befreien
  • Auf der Landstraße im Winter lieber 10–20 km/h unter Limit fahren, besonders bei unklarer Fahrbahn
  • Abstand deutlich erhöhen: statt 2 Sekunden lieber 3–4 Sekunden Sicherheitsabstand einhalten
  • Blitzer-App als Erinnerung für Limits nutzen, aber Entscheidung immer an Sicht und Grip ausrichten
  • Jeden Unfall der Versicherung wahrheitsgemäß melden, vor allem Angaben zu Reifen und Witterung

Wer im Winter defensiv fährt, spart nicht nur Punkte und Fahrverbote, sondern oft auch mehrere Tausend Euro an Versicherungs- und Unfallkosten über die Jahre. Nutze Technik und Apps als Unterstützung – aber passe Tempo und Fahrstil konsequent der Realität auf der Straße an.