Tecnología y Gadgets para el Coche

Winterreifenpflicht 2025/26 in Deutschland: Regeln, Bußgelder und Versicherungsschutz

Winterreifenpflicht 2025/26 in Deutschland: Regeln, Bußgelder und Versicherungsschutz

Wer im Winter 2025/26 in Deutschland unterwegs ist, kommt an der Winterreifenpflicht nicht vorbei – egal ob im eigenen Auto, im Dienstwagen oder im Carsharing-Fahrzeug. Was ist das: Die Winterreifenpflicht ist eine gesetzliche Regelung, die bei bestimmten Straßenverhältnissen spezielle Reifen vorschreibt. Wofür ist das gut: Sie soll Bremswege verkürzen und Unfälle bei Schnee, Eis und Matsch deutlich reduzieren.

Gerade jüngere, viel fahrende Nutzer von Navi- und Blitzer-Apps sollten die Details kennen: Bei Kontrollen wird längst nicht nur die Geschwindigkeit geprüft, sondern immer öfter auch die Bereifung.

Gesetz und technische Basics

In Deutschland gilt eine „situative Winterreifenpflicht“ nach der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO, zentrales Verkehrsregelwerk). Das heißt: Es gibt keinen festen Zeitraum, sondern die Pflicht greift bei winterlichen Straßenverhältnissen wie Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte.

Dann müssen an allen angetriebenen Rädern Winter- oder Ganzjahresreifen mit „Alpine-Symbol“ (Bergpiktogramm mit Schneeflocke) montiert sein. Reine M+S-Reifen (Matsch & Schnee) ohne Schneeflocke, die vor 2018 produziert wurden, gelten ab den Wintern 2025/26 nicht mehr als wintertauglich im Sinne der StVO.

  • Gesetzliche Mindestprofiltiefe: 1,6 mm
  • Empfehlung für Winterreifen: mindestens 4 mm
  • Übliche Lebensdauer: etwa 4–6 Winter bei normaler Fahrleistung
  • Winterreifen oft +0,3–0,7 l/100 km Verbrauch

Auch Allwetter- oder Ganzjahresreifen sind erlaubt – aber nur, wenn sie das Alpine-Symbol tragen. Fehlt dieses, gelten sie rechtlich wie Sommerreifen. Assistenzsysteme wie ABS (Antiblockiersystem, verhindert Blockieren beim Bremsen) und ESP (Stabilitätsprogramm, stabilisiert in Kurven) können Physik nicht aushebeln: Ohne passende Reifen verlängern sich Bremswege schnell um 20–50 %.

Bußgelder, Punkte, Halterhaftung

Wer bei Schnee oder Glätte mit unzulässiger Bereifung fährt, muss mit einem Bußgeld im Bereich von rund 60 bis 120 Euro und in der Regel 1 Punkt im Fahreignungsregister (zentrale Verkehrssünderkartei) rechnen – je nachdem, ob andere behindert, gefährdet oder sogar ein Unfall verursacht wurde.

Auch Halter, die ihr Fahrzeug anderen überlassen, tragen Verantwortung. Wissen sie von der unzureichenden Bereifung, droht ihnen ein zusätzliches Bußgeld von rund 75 Euro und ebenfalls 1 Punkt.

  • Fahrt mit Sommerreifen bei Schnee: ca. 60 Euro + 1 Punkt
  • Mit Behinderung/Gefährdung: bis ca. 120 Euro + 1 Punkt
  • Halter ohne geeignete Bereifung: rund 75 Euro + 1 Punkt
  • Zusätzliche Kosten: Abschleppen, Standgebühren, mögliche Gutachten

Wichtig für Nutzer von Blitzer-Apps: Mobile Kontrollen kombinieren zunehmend Geschwindigkeits-Checks mit einem kurzen Reifenblick. Wer bei erkennbar winterlichen Bedingungen mit Sommerreifen unterwegs ist, macht es der Polizei sehr leicht.

Versicherung, Auslandsfahrten, Praxistipps

Kommt es mit falscher Bereifung zum Unfall, kann die Kaskoversicherung (Teilkasko/Vollkasko, deckt eigene Schäden) den Schaden wegen grober Fahrlässigkeit kürzen. Je nach Tarif und Schwere des Verstoßes sind Kürzungen von einigen Prozent bis hin zu einem Großteil der Summe möglich.

Die Kfz-Haftpflicht (Pflichtversicherung für Fremdschäden) zahlt den Schaden des Unfallgegners zwar zunächst, kann aber Regress fordern – oft bis in den mittleren vierstelligen Bereich. Zudem wird die Haftungsquote vor Gericht schnell zu Ungunsten des Fahrers mit Sommerreifen ausfallen.

  • Tarif prüfen: „Grobe Fahrlässigkeit mitversichert“ ist ein wichtiges Stichwort
  • Unfallaufnahme: Falsche Bereifung wird in der Regel im Protokoll vermerkt
  • Dashcam (Unfallkamera, zeichnet Fahrt auf) hilft zwar bei der Klärung, entschuldigt aber keine Sommerreifen

Wer im Winter nach Österreich fährt, muss neben der Winterausrüstung auch an die Maut denken: Die Pkw-Jahresvignette kostet seit 1.1.2025 über 100 Euro. Zusätzlich drohen dort höhere Strafen für unzureichende Ausrüstung als in Deutschland, etwa bei Schneekettenpflicht auf bestimmten Strecken.

Für den Alltag lohnt ein klarer Plan: Wechsel auf Winter- oder Ganzjahresreifen idealerweise zwischen Mitte Oktober und Anfang November, je nach Witterung. Apps, digitale Servicehefte und OBD-Dongles (kleine Stecker an der Fahrzeugdiagnosebuchse) können an Profiltiefe, Wechseltermine und Reifendruck erinnern.

  • Profiltiefe mit 1-Euro-Münze prüfen (Goldrand komplett im Profil = meist ok)
  • Reifendruck alle 2–4 Wochen kontrollieren, auch bei Reifendruckkontrollsystem (RDKS, elektronische Drucküberwachung)
  • Kompletträder klar beschriften (VA/HA, links/rechts) für gleichmäßigen Verschleiß
  • Reifen kühl, dunkel, trocken lagern; ideal ist professionelle Einlagerung

Fazit: Wer zum Winter 2025/26 rechtzeitig auf Reifen mit Alpine-Symbol wechselt, die Profiltiefe im Blick behält und seine Versicherungspolice kennt, fährt entspannter – und spart sich Bußgelder, Punkte und teure Diskussionen nach einem Unfall.